Cheers, Australia!

Vier Stationen bis zum Abflug ans andere Ende der Welt, noch zweimal WOOFEN, eine Großstadt und ein Mord. Oder war es Selbstmord?

Eins nach dem anderen:

Nach unserem zweiten Roadtrip auf australischen Straßen wollten wir nun nochmal für mehrere Tage ein Dach über dem Kopf haben und einem fremden Menschen bei der Arbeit helfen.
Christina mit ihren drei Söhnen nahm unsere sechsköpfige Truppe für ungefähr eine Woche auf.
Für ihre Flexibilität und ihr Vertrauen, Hut ab!
Gartenarbeit stand auf dem Programm und die Mädels durften noch eine besondere Aufgabe erledigen. Wir durften Drogenlabor spielen! Christina verdiente ihr Geld unter anderem damit riesige Mengen an Nahrungsergänzungsmitteln aufzukaufen und dann in ihrer Nachbarschaft, auf Straßenfestivals oder auf dem Wochenmarkt in kleinen fein verpackten Portionen wieder zu verkaufen.
Also wurde jegliches Pulver in kleine Hülsen gefüllt und verpackt. Mein Lieblingspulver, welches aussah wie Mehl, war dafür zuständig unseren Körper vor dem Elektrosmog der Atmosphäre zu schützen. Irgendwie ganz süße Vorstellung aber bevor ich Nahrungsergänzungsmittel nehmen würde um mich vor Elektrosmog zu schützen, schalte ich das Handy abends doch dann einfach lieber aus.

Am ersten Abend sind wir direkt zu einem nahegelegen See gefahren. Habe ich euch schon von meinem ersten TEA TREE SEA berichtet? Der war in der Nähe von Sam und Anne aus Byron Bay und ich dachte das wäre ein einmaliges Phänomen, aber ich wurde überrascht und an diesem Abend durfte ich nochmal in einen schwarzen Tümpel springen.

Nach einer Woche wurde es uns auch wieder langweilig zwischen Unkraut jäten und kleinen bunten Präparaten abfüllen.
Wir wollten wieder auf die Straße! Bei Sonnenschein führen wir an steilen Klippen und türkisfarbenem Meer entlang. Ein Stück der GREAT OCEAN ROAD, eine Küstenstraße wie aus dem Bilderbuch, sind wir als Abschlusstour mit Bob gefahren.
Mitten im Wald wurde dann das letzte Mal das Zelt aufgeschlagen und der Campingkocher benutzt. Unsere langsam aufkommende Abschiedsstimmung wurde uns von einer Gruppe frei lebender Papageien genommen, die sich von uns füttern ließen.
An dieser Stelle erzähle ich euch den obenerwähnten Mord ODER Selbstmord:
Es war für alle Insassen und auch für mich nichts mehr besonderes mit Bob durch die Gegend zu düsen, denn Bob brauchte ein paar besondere Tricks um flüssig im Verkehr zu laufen.
Wir waren auf dem Weg zum Aussichtspunkt der Grampians, eine riesige Berglandschaft,
als es plötzlich krachte. PENG! Ich schluckte und fuhr weiter. Von der Rückbank bekam ich zu hören: DAS WAR EIN KAKADU! Mein erster Todesfall. Scheiße und dann auch noch selbst schuld. Menno, mich plagte mein Gewissen aber von meinen Mitmenschen wurde ich aufgemuntert. „Du bist nicht schuld, Joana. Der wollte einfach nicht mehr und hat sich bei unserem schönen Auto bzw. Bob gedacht, vor den lass ich mich jetzt klatschen.“
Der Fall ist also noch ungelöst und die Frage bleibt ungeklärt ob der arme Kakadu von mir rücksichtslos überrollt wurde oder geplant hatte seinem Vogelleben ein Ende zu bereiten.
Mit dieser Story und den wunderschönen Orten, die wir während der Küstenstraße gesehen haben, war aber unser Australienaufenthalt noch nicht beendet.

Für ungefähr zwei Wochen halfen wir Hazel Fox auf ihrer 33 Hektar großen Farm aus. Das war einer der schönsten Erfahrungen in meinen knapp zwei Monaten Australien. Jetzt weiß ich was es bedeutet abgeschieden von der Außenwelt zu sein. Und es tat herrlich gut. Der Traum aller Mädchen wurde war: Wir durften in einer Scheune unterm Dach schlafen! Bibi & Tina aus Kindheitstagen wurde zum Leben erweckt. Noch mehr, als morgens die drei Pferde unten in der Scheune standen und unerlaubt das ganze Heu auffraßen.
Außerdem gehörten zu der Farm zwei Schafherden, zwei Bienenstöcke, drei Hühner und Banjo. Der circa 30cm große Mischling aus Jack Russell und Dackel war unser Maskottchen und wurde liebevoll „Legend“ genannt. Dieser Hund, der von seiner Körpergröße die Hälfte von meiner Katze war, gab schon ein lustiges Bild ab wenn er wie von einer Tarantel gestochen über das Grundstück rannte.
Jeden Morgen frühstückten wir zusammen mit Hazel und zusammen haben wir jeden Tag aufs Neue besprochen was unsere Aufgaben für den Tag waren. Wir haben während unseres Aufenthalts den Hühnerstall renoviert. Jetzt habe ich verstanden was mein Papa meint mit: „Eine gute, solide Bohrmaschine ist das A und O.“
Trotz Playmobil Werkzeug war ich am Ende des Tages zufrieden mit dem Ergebnis.

Die letzten Tage in Australien verbrachten wir in Melbourne. Eine wahnsinnig schöne Großstadt. Eine Vielfalt von Freizeitmöglichkeiten, Cafés und Unterhaltung bietet diese Stadt. Wenn mich jemand gefragt hätte, wohin ich auswandern wollen würde, dann wäre es zu diesem Zeitpunkt Melbourne gewesen.
Wir erlebten nach langer langer langer Zeit nochmal eine Partynacht! Und am nächsten Tag fuhren wir abends zum St.Kilda Beach um Pinguine zu beobachten. Die kleinen Lebewesen laufen jeden Abend vom Meer zurück in ihre Steinhöhle, die sich zufälligerweise mitten in der Zivilisation befindet.

Neben exotischen Exemplaren wie Papageien, Kakadus, Pinguine, riesigen Spinnen, Schnabeligeln waren die Klassiker natürlich auch dabei: wildlebende Kängurus und Koalas. Ein Träumchen diese Tiere nicht eingesperrt im Zoo zu beobachten sondern während der Fahrt oder morgens beim Frühstück aufm Campingplatz zu entdecken.
Von Melbourne aus flogen wir weiter. Das andere Ende der Welt wartete auf uns.

Veröffentlicht von joanaflorentinahoffmann

„auf der Suche nach dem flow“. Wer auf der Suche ist und was gefunden hat, ist am Ende angelangt, oder? Hat sein Ziel erreicht. Aber was bedeutet das? Ich benutze bewusst das Wort "flow" hinter meinem zweiten Vornamen. Ich verstehe die Suche nach dem flow, als etwas was fließt und sich immer verändern, beginnen und enden darf. Alle Möglichkeiten sind offen. Lasst uns gemeinsam auf der Suche sein. FEEL ME FLOW.

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