Die dritte Station unserer Reise haben wir erreicht.
Noch acht Wochen dann geht unser Flieger Richtung Heimat. Ich fasse das noch nicht so richtig. Langsam stelle ich fest auf wie viele Situationen, Menschen und unterschiedliche Lebenseinstellungen ich schon getroffen bin. In ruhigen Momenten bin ich dann selbst überrascht von mir und der Zeit. Die Zeit, mein guter alter Freund und Feind zugleich.
Das ändert sich nicht. Entweder man erfreut sich an seinen erlebten Dingen und freut sich auf zu Hause oder man erschrickt davor wie schnell alles an einem vorbei fliegt und ist irgendwie traurig über die Vorstellung, dass die Reise sich langsam dem Ende neigt.
Ein Wechselspiel der Gefühle.
Ich habe mir gegen das Gefühl, dass die Zeit zu schnell vergeht, ein Kalender mit Platz für tägliche Notizen gekauft.
Ich werde euch einen Einblick in die für mich aufregendsten Tage geben:
NORTH ISLAND
9 bis 13 Februar 2017 – Auckland City
In den ersten Tagen ging es hauptsächlich darum ein Auto für unsere Reise zu finden. Es wurde sich ausgiebig um den Autokauf gekümmert bzw. Max kümmerte sich ausgiebig darum dass wir schnell ein fahrendes Unterteil bekommen. Wir haben uns am 11ten für RANJID, unseren neuen Rennschlitten, entschieden! Im Gegensatz zu Bob, als wir bei jeder Abenteuerfahrt Angst hatten, dass der Motor überhitzt oder ein Reifen platzt, kommen wir mit unserem silbernen Nissan Kombi schnell vom Fleck und bis dato ist auch noch kein Unfall passiert. TOI TOI TOI!
Unsere erste Campingnacht verbrachten wir am Tawharani Campground, der Naturschutzgebiet ist und dementsprechend teuer war. 15 neuseeländische Dollar für eine Nacht mit Plumpsklo haben wir danach nicht nochmal bezahlt.
Aber unabhängig vom Geld war der Platz wunderschön. Wir sind eine Stunde aus Auckland gefahren und waren direkt am Meer. Wir sind 1 ½ Stunden am Strand spazieren gewesen. Das war ein wahnsinniges Naturspektakel. Die ganzen Bilder die man kennt: JA, so sieht es hier wirklich aus!
14 bis 24 Februar 2017 – BAY OF ISLANDS, Cape Reinga, Coromandel, Hobbiton, Lake Taupó
Die nördliche Spitze Neuseelands war an der Reihe. Leider hatten wir in unseren ersten Tagen unseres Roadtrip ganz furchtbares Wetter. Dauerregen und bedeckter Himmel. Bilder wurden natürlich trotzdem gemacht und die Fantasie tat den Rest. Wir fanden Unterschlupf auf einem privaten Campingplatz namens COWSHED und hier trafen wir auf unser erstes Opossum. Eigentlich sind die Tiere nachtaktiv, aber da es mehr Familienmitglied war, ließ es sich aus der Hand füttern. Sehr erstaunlich. Noch besser wurde es als Sarah beim Frühstück von Monsieur Opossum angepinkelt wurde. Das ist bis jetzt einer unser Lieblingsgeschichten. Ich werde ihr Gesicht so schnell nicht vergessen!
Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt Neuseelands aßen wir am Mangouini Fish & Chips, welches weltbekannt für ihren Backfisch und Pommes sind. Vielleicht hatte ich eine schlechte Schale erwischt aber gegen die Fish & Chips in Westkapelle kam das irgendwie nicht an.
Am Freitag, 17ter Februar wurde endlich besseres Wetter und wir machten einen Abstecher zum Ninety Mile Beach. Im Gegensatz zu seinem Namen ist der Strand “nur“ 56 Meilen lang aber man kann mit seinem eigenen Auto auf dem Sand entlang fahren. Das war ein Heidenspaß!
Am darauf kommenden Sonntag liefen wir zur Cathedral Cove, wo Szenen aus dem Film „Die Chroniken von Nanja“ spielten und danach durfte ich das zweite Mal in meinem Neuseelandaufenthalt ins Wasser springen. Irgendwie ist hier alles klarer, frischer, bunter und heller. Und so ist es für mich immer einer der schönsten Dinge im Ozean zu schwimmen!
Danach ging es an den Hot Water Beach. Überall verteilt befinden sich in Neuseeland heiße Quellen die das Wasser auf natürliche Art und Weise erhitzen. Die Möglichkeit besteht am Hot Water Beach mit eigener Schuppe und Spaten sich “Pools“ im Sand zu buddeln damit das warme Wasser sich sammelt und man sich stundenlang im natürlichen Whirlpool entspannen kann. Als wir ankamen war es schon dunkel und deshalb steckten wir einfach unsere Füße in einen schon präparierten Pool und bewunderten dieses Naturphänomen.
Einer meiner absoluten Lieblingstage war der Dienstag, 21. 02., als wir das Filmset von dem Hobbit und Herr der Ringe besuchten. In Matamata ließen wir uns durch das Hobbitland führen. Am Ende waren wir total begeistert und es stand fest: Herr der Ringe, Teil 1 muss geguckt werden!
Am Abend liefen wir zum Okuheme Stream, der auch genauso wie der Hot Water Beach ein natürlicher heißer Pool ist. Dieses Mal durfte unser ganzer Körper dieses Naturphänomen spüren. Das war schon abgefahren! Und auf jeden Fall einen Besuch wert.
Am Lake Taupó verbrachten wir die letzten Tage und machten noch einen Abstecher in den Tongariro National Park und wanderten 2 Stunden durch Mordor (!) bis es nach Wellington ging, wo wir am 27ten mit der Autofähre übersetzten.
24 bis 27 Februar – Wellington
In Wellington besuchten wir das riesige TE PAPA Museum und informierten uns über die Maori Kultur. So ein wahnsinnig großes Museum mit so vielen Wissen, Information und Bildern…ein wahrer Schatz inmitten der Innenstadt. Nach mehr als zwei Stunden war unsere Konzentration dann aber auch am Ende und wir vertraten unsere Beine bei einem Spaziergang durch die Stadt. Wellington erinnerte mich ein wenig an Melbourne jedoch mit deutlich weniger Menschen!
Bei unserer Zubereitung des Abendessens lernten wir dann Jakob und Lara kennen (natürlich aus Deutschland! ) und gemeinsam gingen wir wieder nach langer Zeit das Tanzbein schwingen!
SOUTH ISLAND
28 Februar bis 3 März – Nelson, Abel Tasman National Park, Takaka
Am 1 März liefen Max, Sarah und ich 12,4 km durch den angeblich schönsten Nationalpark von Neuseeland. Und ja es war wirklich eine Wanderung wert. Wir starteten mit dem Wissen nun vier Stunden durch die Botanik zu spazieren aber am Ende waren es nur drei und wir konnten länger am Anchorage Bay entspannen und in das glasklare Wasser springen. Um 16 Uhr wurden wir von unserem organisierten Wassertaxi eingesammelt und waren innerhalb von 20 min wieder auf Festland. Die Fahrt war wunderschön!
Am nächsten Tag besuchten wir Jakob, unsere Bekanntschaft aus Wellington, in Takaka. Das war irgendwie ein ganz merkwürdiger Ort. Schön aber auch etwas verschroben. Nähere Infos erzähle ich wenn ich wieder da bin!
Leider erwischte es mich ganz doll und ich litt in den nächsten Tagen an Fieber, Kopfschmerzen und einfach aua, pipi, kalt. Blödes Timing!
4 bis 6 März – gesamte Westküste und Wanaka
Wir bretterten durch die Westküste mehr durch als dass wir fuhren aber landschaftlich erwischten wir zwischenzeitliche außergewöhnliche Ausblicke!
Am 5ten liefen wir erst zum Franz Josef Gletscher. JA, hier gibt es Gletscher mit Schnee und Eis aber unten scheint die Sonne und man läuft mit T-Shirt durch die Gegend. Abends kamen wir in Wanaka an und es war große Wiedersehensfreude! Wir hatten die Ehre nach langer Zeit Carla wiederzutreffen! Wir verbrachten gemeinsam den nächsten Tag als es am 7ten nach Queenstown ging!
7 Februar bis JETZT
Queenstown ist ein kleines buntes Städtchen um den See Wakatipu. Und sehr wild! Vielleicht würde besser passen : wilder Actionort! Queenstown ist dafür bekannt, dass hier der Adrenalin bis an seine Grenzen getrieben wird. Und so bin ich gestern aus 15 000 Fuß aus einem Flugzeug gesprungen!
Beweismaterial zum Lachen habe ich im Gepäck!
Sarah hat sich heute noch ein Bungy-Jump gegönnt…Mal gucken was wir noch so alles machen!
Seid mir nicht böse, dass die Berichtserstattungen immer so lange auf sich warten lassen aber es gibt jeden Tag immer so viel zu sehen, zu entdecken, dass das Leben zu schnell an einem vorbei zieht um es direkt in Schriftform festzuhalten.
Wir hören uns ihr lieben Menschen! Haltet die Ohren steif, bis bald
Eure Joana !