AYUTTHAYA / LOPPURI – NONTHABURI – KANCHANABURI – BANGKOK
Nach unserem Naturschauspiel und unserer Rundreise durch den Issan wollten wir nochmal Großstadtluft schnuppern. Gesagt, getan! Von Pak Chong sollte der Zug in die alte Hauptstadt Siams fahren, die nach vielen Berichten zufolge die beeindruckendste Stadt Asiens sein soll. Ayutthaya war unser nächstes Ziel, welches seit 1991 Weltkulturerbe ist. Leider leidet diese Stadt auch unter der thailändischen Krankheit – sie wird von vielen Betonbauten verunziert, und in der Umgebung haben sich viele Industrieunternehmen angesiedelt. Trotzdem hatten wir unseren Spaß! Der besagte Zug hatte 3 Stunden Verspätung, weshalb wir mit 11 Leuten inklusive Gepäck eine rappelige Fahrt via Songthaew nach Ayutthaya erleben durften. Nach 2 Stunden Fahrt durften wir ohne Übelkeit aber mit neuen Kontakten – an dieser Stelle: alle Insassen hatten einen deutschen Pass und drei von ihnen kamen aus Köln. Alaaf! – in unserem Hostel einchecken. Da fliege ich um den halben Planeten und erwarte eine Zusammenkunft von vielen Kulturen und was erlebe ich 11 Deutsche im Jeep! Wenigstens waren sie nett und hatten lustige Geschichten zu erzählen.
An diesem Tag ließen wir es langsam angehen, wir schlenderten durch die Stadt machten beeindruckende Fotos von den Tempeln mit den beeindruckenden Namen Wat Phra Mahathat & Wat Ratchaburana und planten für den nächsten Tag unseren Ausflug nach Lopburi.
/LOPBURI/ Hier sollte ein großes Spektakel auf uns warten: die freilaufenden Affen! ja, ich sag es wieder: es war der Wahnsinn. Phra Prang Sam Yot befindet sich im Zentrum der Altstadt und besteht aus drei Prangs, die durch einen Gang miteinander verbunden sind. Ursprünglich als Hindu-Schrein errichtet, wurde das Bauwerk später als buddhistischer Tempel benutzt -…und so weiter und so fort: Das Wesentliche waren die Affen, die diesen Wat beschützten. Wir wurden auf unserem Spaziergang wild besprungen und strengstens auf Läuse kontrolliert. Es schien so, als ob das ihre Lieblingsbeschäftigung gewesen wäre und meine Brille zu stibitzen, aber mein charmantes Lächeln überzeugte wohl meinen kleinen Freund.
NONTHABURI
Ungefähr 20 Kilometer von Bangkok entfernt liegt das kleine Städtchen, welches uns jedoch nach unserem Aufenthalt im Issan ziemlich groß, laut und dreckig vorkam und sollte uns für eine Nacht beherbergen. Wir spazierten durch die Stadt, setzten mit der Fähre über den Fluss und landeten in einem Wohngebiet. Ich bog in die Straße ein, ein für mich schon alt bekanntes Bild: kleine wild zusammengebaute Holzhütten, auf Teppichen davor die Familien oder ein Teil davon, in der Küche brutzelte Fleisch und Fisch und leider überall auch Unmengen von Plastik und Müll. Doch dann kam die Rasselbande! 10 oder 12 kleine Kinder liefen auf uns zu mit der ausgestreckten HIGH FIVE und wollten einschlagen. Sie wollten uns begrüßen in ihrem Wohnviertel, mit uns gemeinsam spielen und ihre Sprachkenntnisse auf den Prüfstand stellen. Das war Seelenfutter für mich!
KANCHANABURI
Noch zwei Tage dann sollte Jan in Bangkok ankommen. Ein schönes Flecken haben wir uns ausgesucht um die Zeit zu überbrücken. Wir durften direkt am Fluss übernachten und waren umgeben von vielen anderen Backpackern. Abends trafen wir ein französisches Pärchen, welches nach ihrem Bachelor Südostasien bereisen und zwei holländische Brüder, die uns Tips zum Studieren in Amsterdam und Umgebung gaben. Viel lustiger war: meine zweite Partie im Billard. Kein Sport für mich aber eine Kugel habe ich trotzdem an diesem Abend ins Loch gekriegt! Und wir durften hier das erste Mal auf die thailändische Polizei treffen obwohl, das stimmt gar nicht: in Lopburi wurden wir gefragt ob wir ein Foto mit den Polizisten machen wollten! Das war ein wenig absurd sich vor einer touristischen Attraktion sich von dem Telefon eines Polizisten fotografieren zu lassen aber anscheinend wären wir verhaftet geworden wenn wir es nicht getan hätten. Denn auch in Kanchanaburi…die Dame, der die Bar gehörte wurde zwar darauf hingewiesen die Musik leiser zu stellen / aufgrund des Todes des Königs / aber danach wildes Fotoshooting! Ich verstehe den Sinn noch nicht ganz aber ich werde es weiterhin beobachten.
BANGKOK
Unser zweiter Aufenthalt in der Großstadt. Ich fühlte mich lange nicht so überfordert und überrannt als beim ersten Mal. Ganz im Gegenteil: ich war total entspannt und fühlte etwas ganz wunderbares auf dem Weg zum Bahnhof, komplettes Vertrauen in mich, in das Land und in meine Reise.
Als Abschluss dieses Beitrags möchte ich mal aufräumen mit den ganzen Gerüchten, Sprüchen und „Erfahrungen“ von Weltreisenden: Ja, es stimmt, die Welt, die 8 Stunden mit dem Flugzeug von zu Hause entfernt ist, läuft anders aber die ganzen Überraschungen und angeblichen Umstellungen habe ich bis jetzt nicht erlebt. Vielleicht liegt es auch an meiner Vorbereitung auf diese Reise und ich werde in drei/vier Monaten diese Aussage hier zurücknehmen aber eins möchte ich sagen:
Die Welt ist eins. Wir alle sind eins. Wir sollten das verstehen, akzeptieren und genießen.
Für mehr Liebe! Eure Joana.